TELEMANN, Georg Philipp (1681–1767)

Kurzbiographie:

Georg Philipp Telemann war als Instrumentalist und Komponist weitgehend Autodidakt als er im Alter von zwölf Jahren seine erste (verschollene) Oper »Sigismundus« komponierte. Nachdem er in Zellerfeld weiteren Instrumental- und Kompositionsunterricht erhalten hatte, schrieb er in seiner Gymnasialzeit in Hildesheim weiter Musik. Ein Jurastudium, das er 1701 auf Drängen seiner Mutter in Leipzig aufgenommen hatte, gab er bald auf, als er vom Stadtrat mit der Komposition von Kantaten für die Thomaskirche beauftragt wurde. 1702 gründete er das Collegium musicum, mit dem er öffentliche Konzerte gab. Im selben Jahr übertrug man ihm die Leitung der Oper, an der er eine Reihe eigener Werke herausbrachte. Es folgten Anstellungen als Kapellmeister in Sorau (Brandenburg), Eisenach und Frankfurt am Main. Neben zahlreichen Orchestersuiten entstanden ganze Jahrgänge geistlicher Kantaten. Daneben  belieferte er die Höfe von Gotha und Bayreuth mit Auftragskompositionen. 1721 begann seine Tätigkeit als Kantor und Musikdirektor am Hamburger Johanneum, mit der die Verpflichtung verbunden war, Kantaten für alle fünf Hauptkirchen und jährlich eine große Passion zu komponieren. Zwischen 1722 und 1737 übertrug man Telemann die Leitung der Hamburger Oper am Gänsemarkt, für die in diesem Zusammenhang zahlreiche äußerst erfolgreiche Bühnenwerke schrieb. 1737 unternahm er eine ausgedehnte Reise nach Paris, auf der seine Werke begeistert aufgenommen wurden und, die ihm internationale Berühmtheit sicherte.
Telemann ist ohne Frage der fruchtbarste Komponist des 18. Jahrhundert, er hinterließ ein so umfangreiches, alle Gattungen der damaligen musikalischen Praxis umfassendes Werk, dass bis heute eine abschließende Übersicht noch nicht möglich ist. Nachdem er besonders im 19. Jahrhundert als mäßig begabter Vielschreiber abgetan worden war, ist sein Ruf als Komponist im Laufe des 20. Jahrhunderts soweit rehabilitiert worden, dass man ihn heute in einem Atemzug mit Johann Sebastian Bach und Georg Friederich Händel nennt.

Air aus der Fantasie für Cembalo A-dur TWV 33:9
[Russische Klavierschule Band I SIK 2353, Nr. 110, S. 56]

Gavotte aus der Fantasie für Cembalo C-dur TWV 33:14
[Russische Klavierschule Band I SIK 2353, Nr. 136, S. 76]