PETZOLD, Christian (1677–1733)

Kurzbiographie:

Obgleich Johann Mattheson ihn in seinem 1739 erschienenen  »Der Vollkommene Kapellmeister« zu den besten Orgel- und Cembalospielern seiner Zeit rechnete, weiß man von Petzolds Herkunft lediglich, dass er als Sohn eines Steinbrechers im sächsischen Königstein zur Welt kam. Die Quellen verraten, dass er ab 1697 als kurfürstlicher sächsischer und königlich polnischer Organist in Diensten von August »dem Starken« stand. Er blieb dem sächsischen Hof treu und wurde zunächst ab 1703 Organist an der Dresdner Sophienkirche und 1709 Kammerkomponist. Ausgedehnte Konzertreisen führten in 1714 bis nach Paris. Von seinen Kompositionen, die nur ausnahmsweise im Druck erschienen, sind nur wenige Werke erhalten geblieben - darunter die beiden Menuette aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach, die erst 1979 als Kompositionen Petzolds (aus einer seiner Cembalosuiten) identifiziert werden konnte. Bis dahin galten die anmutigen Stücke als Werke Johann Sebastian Bachs.

Menuett aus dem „Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach“
[Russische Klavierschule Band I SIK 2353, Nr. 153, S. 87]

Menuett aus dem „Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach“
BWV Anhang 115
[Russische Klavierschule Band II SIK 2354, Nr. 11, S. 13]