MUSSORGSKI, Modest (1839–1881)

Kurzbiographie:

Modest Mussorgski, der in eine  begüterte Gutsbesitzerfamilie in Karew geboren wurde, erhielt schon als Kind ersten Klavierunterricht. Der offenkundig hochmusikalische Junge machte rasch große Fortschritte und trat auch schon bald in der Öffentlichkeit auf. Statt einer Karriere als Musiker schlug er jedoch zunächst eine Laufbahn als Gardeoffizier ein. Immer stärker trat sein Interesse am Komponieren hervor und er nahm Kompositionsunterricht bei Mili Balakirew - blieb jedoch durchaus absichtsvoll Autodidakt, denn er versprach sich davon die Möglichkeit, eine ureigene, »russische« Tonsprache zu entwickeln. Durch die Aufhebung der Leibeigenschaft geriet Mussorgskis Familie in wirtschaftliche Schwierigkeiten und Modest entschloss sich, seinen Lebensunterhalt als Staatsbeamter zu verdienen. Nebenher fuhr er fort zu komponieren und bildete gemeinsam mit seinen Freunden Balakirew, Borodin, Cui und Rimski-Korssakow die »Gruppe der Fünf«, die eine eigenständige Kompositionsform, die sich von der dominierenden westeuropäischen Tradition abwandte, propagierte.
Von Mussorgskis Opern wurde lediglich »Boris Godunow« zu seinen Lebzeiten aufgeführt. Die unvollendet gebliebenen Bühnenwerke »Chowanschtschina« und »Der Jahrmarkt von Sorotschinzy« kamen erst später in ergänzten Fassungen zur Aufführung. Mussorgski ist daneben besonders mit seinen bedeutenden Liederzyklen (»Ohne Sonne«, »Kinderstube«, »Lieder und Tänze des Todes«) und dem Klavierwerk »Bilder einer Ausstellung«, das später von einer Reihe von Komponisten orchestriert wurde, als einer der bedeutendsten russischen Komponisten des 19. Jahrhunderts in Erinnerung geblieben.

Gopak aus der Oper „Der Jahrmarkt von Sorotschinzy“(4-hdg.)
[Russische Klavierschule Band II SIK 2354, Nr. 93, S. 116]

Eine Träne op. posth. 70, 18
[Russische Klavierschule Spielband SIK 2379, Nr. 11, S. 18]