MJASKOWSKI, Nikolai (1881–1950)

Kurzbiographie:

Nikolai Mjaskowski sollte auf Wunsch seines Vaters eine Militärlaufbahn einschlagen, obgleich sich sein großes musikalisches Talent bereits früh zeigte. Er besuchte verschiedenen Kadettenschulen und erhielt eine Ausbildung zum Militäringenieur. Daneben erhielt er von einer Tante ersten Musikunterricht. Ab 1902 nahm er Privatstunden bei Reinhold Glière. 1906 begann er am Petersburger Konservatorium zu studieren und wurde u.a. Schüler von Nikolai Rimski-Korssakow und Anatoli Ljadow. 1907 nahm er seinen Abschied vom Militärdienst und wurde Reservist. Nach seinem Studium schrieb Mjaskowski für Musikzeitschriften und gab Musikunterricht. 1914 wurde er zum Militär einberufen, erlitt schwere Verletzungen und wurde 1917 stark traumatisiert nach Petersburg zurückgesandt. Nach der Oktoberrevolution beteiligte er sich aktiv an der Neugestaltung des Musiklebens und wurde 1921 zum Kompositionsprofessor am Moskauer Konservatorium ernannt - eine Position, die  er bis zu seinem Tod inne hatte. Aus seiner Kompositionsklasse gingen so bedeutende Komponisten wie Aram Chatschaturjan, Dmitri Kabalewski und Andrei Eschpai hervor.
Mjaskowskis Kompositionsstil zeichnet sich durch starke Chromatik und eine oft düstere Grundhaltung aus - der tonale Rahmen wird nur gelegentlich und ansatzweise verlassen. Er hinterließ ein umfangreiches Œuvre, in dem 27 Symphonien, 13 Streichquartette und neun Klaviersonaten den Schwerpunkt ausmachen. Für den Klavierunterricht schrieb er eine Anzahl kleinerer Stücke, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreuen.

Unbekümmertes Liedchen
[Russische Klavierschule Band I SIK 2353, Nr. 95, S. 45]