MENDELSSOHN BARTHOLDY, Felix (1809–1847)

Kurzbiographie:

Am 3. Februar 1809 wurde Felix Mendelssohn in Hamburg in eine wohlhabende jüdische Kaufmannsfamilie geboren. Sein Großvater war der Philosoph Moses Mendelssohn. Gemeinsam mit seiner älteren Schwester Fanny erhielt Felix ersten Klavierunterricht bei seiner Mutter Lea. Wegen der Napoleonischen Besetzung Hamburgs zog die Familie Mendelssohn 1811 nach Berlin.  Ab 1819 übernahm Carl Friedrich Zelter, der Leiter der Berliner Singakademie, den Unterricht der Kinder. Für die Zeit ungewöhnlich fußte Zelters Unterricht nahezu ausschließlich auf den Werken Bachs und Händels. Im wohlhabenden Elternhaus wurde die musikalische Begabung aller Kinder, besonders aber jene von Felix, besonders gefördert: Ihm stand ein eigenes kleines Orchester zur Verfügung, mit dem er seine Kompositionen auf Hauskonzerten aufführen konnte. Im Jahr 1820 entstanden in rascher Folge beinahe 60 Werke, darunter Lieder, Klaviersonaten, Kammermusik, und ein kleines dramatisches Stück in drei Szenen. Mit zwölf Jahren spielt Felix Johann Wolfgang von Goethe, der mit Zelter befreundet war, vor. Als junger Mann begleitete Felix  seinen Vater nach Paris und unternahm eine ausgedehnte Reise nach England und Schottland, deren Reiseeindrücke sich in etlichen Kompositionen niederschlug (»Schottische Symphonie«, die Ouvertüre »Die Hebriden« etc.). 1829 initiiert und dirigiert Mendelssohn eine Aufführung von Johann Sebastian Bachs gänzlich in Vergessenheit geratenen »Matthäus-Passion« an der Berliner Singakademie - ein denkwürdiges Ereignis, das die Wiederentdeckung von Bachs Werk einleitete.
1833 wurde Felix Mendelssohn als Städtischer Musikdirektor nach Düsseldorf berufen, zwei Jahre später trat er als Leiter der Gewandhauskonzerte in Leipzig an. Hier führte er systematische und gründliche Probenarbeit ein und brachte neben damals zeitgenössischer Musik (etwa von Berlioz) in seinen »Historischen Konzerten« Werke von Beethoven und Mozart zur Aufführung - unter Mendelssohns Leitung wurde Schuberts große C-dur-Symphonie erst Jahrzehnte nach dem Tod des Komponisten überhaupt uraufgeführt. Mendelssohn gründet 1843 in Leipzig das erste deutsche Konservatorium.
Daneben unternahm er ausgedehnte Konzertreisen bei denen er gleichermaßen als Pianist und Dirigent auftrat. Auf der Höhe seiner Berühmtheit starb Mendelssohn im Alter von 38 Jahren an einem Schlaganfall. Er hinterließ ein große Anzahl von Werken, die heute zum Grundrepertoire von Orchestern, Instrumentalsolisten und Chören gehören. Neben seinen Symphonien, Konzerten (sein Violinkonzert ist eines der meistgespielten überhaupt), Oratorien, Liedern und Kammermusik sind für Klavierspieler noch heute seine »Lieder ohne Worte« von herausragender Bedeutung.

Lied ohne Worte
Lieder ohne Worte op. 38, 2
[Russische Klavierschule Spielband SIK 2379, Nr. 26, S. 46]