LJAPUNOW, Sergej (1859–1924)

Kurzbiographie:

Der russische Komponist und Pianist Sergei Michailowitsch Ljapunow (18. November 1859 - 8. November 1924) erhielt ersten Klavierunterricht von seiner Mutter. Nach dem Tod seines Vaters zog seine Mutter mit ihm und seinem Bruder nach Nischni Nowgorod, wo er an zahlreichen Kursen der dortigen Russischen Musikgesellschaft teilnahm. Einig Jahre später begann er am Moskauer Konservatorium Kontrapunkt und Komposition zu studieren. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung ließ er sich in Sankt Petersburg nieder, wo er acht Jahre lang gemeinsam mit dem Komponisten Mili Balakirew die Hofsängerkapelle leitete. 1905 wurde er Lehrer der Freien Musikschule und avancierte schließlich von 1908 bis 1910 deren Leiter. Anschließend war er als Professor für Klavier und Komposition am Petersburger Konservatorium tätig. Ab 1918 lehrte er am Kunstgeschichtlichen Institut in Petersburg und zog fünf Jahre später nach Paris, wo er eine Musikschule gründete.
Sein umfangreiches Werk, das eine Synthese aus romantischem Virtuosentum und dem nationalrussischen Stil darstellt, ist besonders von Franz Liszt und Mili Balakirew beeinflusst. Es umfasst neben sinfonischen Kompositionen auch Kammermusik und zahlreiche Klavierwerke. Er ist vor allem als Pianist und Pädagoge in Erinnerung geblieben. Große Teile seines kompositorischen Schaffens, das zu seiner Zeit vielfach als epigonenhaft bezeichnet wurde, wartet auf eine Wiederentdeckung.

Polyphones Stück
[Russische Klavierschule Band II SIK 2354, Nr. 2, S. 4]