GLIÈRE, Reinhold (1875–1956)

Kurzbiographie:

Reinhold Moritzewitsch Glière kam am 11. Januar 1875 als Sohn des aus Klingenthal (Sachsen) stammenden Instrumentenbauers Moritz Glier (der sich ab 1900 in »Glière« umbenannte) in Kiew zur Welt. Nachdem er in Kiew die Musikschule besucht hatte, kam er 1894 ans Moskauer Konservatorium. Hier studierte er Violine bei Jan Hřimalý, Kontrapunkt bei Sergej Tanejew und Harmonielehre bei Anton Arenski und Georgi Konjus. Nach seinem Studienabschluss (mit einer Goldmedaille für seinen Opernerstling »Erde und Himmel« nach Byron), begann er am Moskauer Gnessin Institut zu unterrichten. Zu seinen Privatschülern gehörten Nikolai Mjaskowski und der elfjährige Sergej Prokofjew. Zwischen 1905 und 1908 studierte er Dirigieren bei Oskar Fried in Berlin (gemeinsam mit dem später weltberühmten Serge Koussevitsky). Nachdem er ab 1913 am frisch gegründeten Kiewer Konservatorium gelehrt hatte wechselte er 1920 ans Moskauer Konservatorium, wo er mit Unterbrechungen bis 1941 lehrte. Zu seinen Kompositionsschülern zählen später so namhafte Künstler wie Aram Chatschaturjan und Alexander Mossolow. Er verließ nach 1917 die Sowjetunion nicht mehr, sondern bereiste ganz Sibirien auf zahlreichen Konzertreisen. Als Volkkommissar für Erziehung schuf er in Baku die  erste Aserbaidschanische Nationaloper »Schach-Senem«. Glières Ballett »Roter Mohn« aus dem Jahr 1935 gilt als das erste Ballett auf einen sowjetischen Stoff.
Glières pflegt einen Kompositionsstil, der auf der russischen romantischen Schule des 19. Jahrhunderts basiert und mit impressionistischem Klangkolorit angereichert ist. Seine Werke weisen durchweg eine farbenreiche Harmonik auf und seine Orchesterwerke sind meisterhaft orchestriert. Glières konservative Schreibweise hat ihn vor den Verfolgungen der Formalismuskampagne zwischen 1936 und 1948, die alle modernistischen bzw. fortschrittlichen Tendenzen in der Musik mit allen Mitteln bekämpfte, bewahrt. Neben Orchesterwerken (darunter drei Symphonien, und Solokonzerte für Horn, Violine, Violoncello, Harfe und Koloratursopran), Opern und Balletten, schrieb Glière gewichtige Beiträge zur Kammermusik für Streicher (Streichquartette, Streichsextette) und eine stattliche Anzahl von Klavierzyklen mit außerordentlich klangvollen Stücken verschiedener Schwierigkeitsgrade für den Unterricht.

Auf den Feldern
24 Charakterstücke für Klavier op. 34, 7
[Russische Klavierschule Band II SIK 2354, Nr. 32, S. 34]

Arietta
Acht leichte Stücke für Klavier op. 43, 7
[Russische Klavierschule Band II SIK 2354, Nr. 33, S. 36]
[Russische Klaviermusik Band I SIK 2409, Nr. 58, S. 85]

Rondo G-dur
Acht leichte Stücke op. 43, 6
[Russische Klavierschule Band II SIK 2354, Nr. 42, S. 48]

Präludium Des-dur
32 methodische Stücke op. 43, 1
[Russische Klavierschule Spielband SIK 2379, Nr. 10, S. 15]

Mazurka
8 Pièces Faciles pour Piano op. 43, 3
[Russische Klaviermusik Band I SIK 2409, Nr. 59, S. 88]

Präludium
12 Pièces Enfantines pour Piano  op. 31, 1
[Russische Klaviermusik Band I SIK 2409, Nr. 67, S. 104]

Mazurka
12 Pièces Enfantines pour Piano op. 31, 9
[Russische Klaviermusik Band I SIK 2409, Nr. 68, S. 106]

Lied aus dem Osten
12 Pièces Enfantines pour Piano op. 31, 10
[Russische Klaviermusik Band I SIK 2409, Nr. 74, S. 116]

Der Morgen op. 43, 4
[Russische Klaviermusik Band II SIK 2410, Nr. 10, S. 19]

Harlekin op. 34, 8
[Russische Klaviermusik Band II SIK 2410, Nr. 14, S. 26]

Romanze op. 31, 7
[Russische Klaviermusik Band II SIK 2410, Nr. 20, S. 36]

Chanson simple op. 26, 4
[Russische Klaviermusik Band II SIK 2410, Nr. 21, S. 38]

Nocturne op. 31, 2
[Russische Klaviermusik Band II SIK 2410, Nr. 22, S. 40]

Volkslied op. 31, 5
[Russische Klaviermusik Band II SIK 2410, Nr. 27, S. 51]

Wiegenlied op. 31, 3
[Russische Klaviermusik Band II SIK 2410, Nr. 28, S. 53]

Russisches Lied op. 34, 15
[Russische Klaviermusik Band II SIK 2410, Nr. 32, S. 66]