DEBUSSY, Claude (1862–1918)

Kurzbiographie:

Am 22. August 1862 kam Claude Debussy in Saint-Germein-en-Laye als erstes von fünf Kindern zur Welt. Die Familie lebte in bescheidenen Verhältnissen, und Musik spielte keine Rolle. Debussy besuchte nie eine Schule, Grundkenntnisse in Schreiben und Rechnen vermittelte ihm seine Mutter. Ersten Klavierunterricht erhielt er im Haus seines Paten, des Bankiers Achille Arosa. Hier wurde Madame Mauté de Fleurville, eine ehemalige Chopin-Schülerin, auf den begabten Jungen aufmerksam und bot den Eltern an, für seine Klavierausbildung zu sorgen. Innerhalb von zwei Jahren war der kleine Debussy soweit, im Pariser Konservatorium aufgenommen zu werden. Dort blieb er 13 Jahre bis zu seinem 23 Lebensjahr und besuchte schließlich nach einer pianistischen Ausbildung die Kompositionsklasse. Während seiner Ausbildung arbeitete er als Klavierlehrer der Kinder von Nadeschda von Meck (die Gönnerin Tschaikowskys) und begleitete die russische Familie auf einer ausgedehnten Europareise. 1884 gewann Debussy mit seiner Komposition »Ľenfant prodigue« den »Prix de Rome«, die wichtigste Auszeichnung für junge Komponisten, die damals in Frankreich vergeben wurde. Im Lauf weniger Jahre entwickelte sich Debussy zu einem der führenden Komponisten Frankreichs. Sein musikalischer Stil ist von der Suche nach einer Alternative zum traditionellen Dur-Moll-System geprägt. Dabei haben fernöstliche, arabische und spanische Einflüsse (Pentatonik und Ganztonleiter) in seinen Werken, die oft einen schwebenden Klangeindruck vermitteln, Eingang gefunden. Seine Musik gilt als wichtiges Bindglied zwischen Romantik und Moderne. 1909 entstand »Le petit nègre« für die Klavierschule »Méthode de Piano« von Théodore Lack.

Le petit nègre
[Russische Klavierschule Spielband SIK 2379, Nr. 16, S. 24]