CRAMER, Johann Baptist (1771–1858)

Kurzbiographie:

Johann Baptist Cramer kam am 24. Februar 1771 in Mannheim als Sohn des Violinisten Wilhelm Cramer zur Welt, der (wie bereits schon dessen Vater) im seinerzeit berühmten Hoforchester des Kurfürsten Carl Theodor spielte. Die Familie Cramer zog Mitte der 1770er nach London, wo der junge Johann Baptist von Muzio Clementi zum Pianisten ausgebildet wurde. Cramer unternahm ausgedehnte Konzerttourneen auf denen er vor allem mit seinen eigenen Klavierkonzerten brillierte. Ähnlich wie sein Lehrer Clementi betätigte er sich auch äußerst erfolgreich als Klavierbauer und Musikverleger (die Firma J.B. Cramer & Co. Ltd. existiert noch heute). Für den Verlag, dessen Hauptkomponist er selbst war, schrieb er große Mengen leicht spielbarer Klaviermusik – seine anspruchsvollen, von ihm als vollgültig betrachteten Kompositionen behielt er sich selbst vor. Cramer hinterließ nicht weniger als acht technisch äußerst anspruchsvolle Klavierkonzerte die stilistisch eine Mittelstellung zwischen jenen von Ludwig van Beethoven und von Johann Nepomuk Hummel einnehmen. Cramers Etüden op. 50 besitzen noch heute in ihrer von Hans von Bülow überarbeiteten Version als »Cramer-Bülow-Etüden« einen festen Platz im Klavierunterricht.

Etüde C-dur
60 ausgewählte Etüden, Heft 1, 58
[Russische Klavierschule Spielband SIK 2379, Nr. 62, S. 130]