BORODIN, Alexander

Kurzbiographie:

Alexander Borodin wurde als unehelicher Sohn eines georgischen Fürsten in St. Peterburg geboren und lebte im Haushalt seiner Mutter, die dem Jungen eine umfassende Ausbildung zukommen ließ. Schon früh zeigte sich das musikalische Talent des jungen Alexander, der Klavier, Flöte und Violoncello spielte und im Alter von neun Jahren seine erste Komposition, die »Helenen-Polka« vorlegte. Borodin interessierte sich gleichzeitig sehr für Naturwissenschaften und begann 1850 mit einem Medizinstudium - sein Spezialgebiet wurde die organische Chemie, die ihm eine Reihe von grundlegenden Forschungen verdankt. Als Komponist war er weitgehend Autodidakt und komponierte nebenberuflich als willkommene Abwechslung zu seinem äußerst fordernden Beruf als Mediziner, um  »Ruhe, Spaß und gute Laune« zu bekommen. Er pflegte engen Kontakt zu den bedeutendsten Komponisten seiner Zeit und wurde zusammen mit Mili Balakirew, César Cui, Modest Mussorgski und Nikolai Rimski-Korssakow Teil der so genannten »Gruppe der Fünf«, Verfechtern einer nationalrussischen Tonsprache (im Gegensatz zur mitteleuropäischen Kompositionstradition, die maßgeblich von deutschen und französischen Komponisten geprägt wurde). Daneben war er aber auch eng mit Franz Liszt und anderen nichtrussischen Komponisten befreundet.
Neben zwei Symphonien (eine dritte blieb unvollendet), der symphonischen Dichtung »Steppenskizze aus Mittelasien«, einer Reihe von Kammermusikwerken und Klavierwerken ist Borodin besonders wegen seiner unvollendeten Oper »Fürst Igor« in Erinnerung geblieben. Das Werk, das nach dem Tod des Komponisten in einer Orchestrierung und Vervollständigung von Rimski-Korssakov und Glasunow auf die Bühne kam, gilt als die erste russische Nationaloper.

Nocturne
[Russische Klaviermusik Band II SIK 2410, Nr. 52, S. 106]